Interview zum Thema ehrenamtliches Engagement

Michael Poschmann (53) packt an. Der Geschäftsführer der Wessel Gruppe, der an der Spitze mehrerer Kliniken und Rehabilitationszentren steht, erfährt vor zehn Jahren von einem persönlichen Schicksal, das ihn bewegt: „Die Leiterin der Krebsberatung in Gelsenkirchen hat mir von einer jungen Frau erzählt, der es extrem schlecht ging, und die sich große Sorgen um den Verbleib ihrer vier kleinen Kinder machte“, erzählt er und berichtet weiter:
„Dabei habe ich festgestellt, dass das Land NRW die Basisfinanzierung für Krebsberatung komplett eingestellt und die Patienten außerhalb des Krankenhauses somit sich selbst überlassen hat.“

Ob diese Entscheidung nachvollziehbar sei oder nicht – ein Einzelner könne sie nicht rückgängig machen, aber sich in der Sache engagieren, betont Poschmann, der damals Mitstreiter für die Sache gewinnt, den „Förderverein für Krebsberatung und -hilfe in der Emscher-Lippe Region e.V.“ gründet und den Vorsitz übernimmt.

Angebot der Krebsberatung kräftig ausgebaut

Gerade hat die Krebsberatung Emscher-Lippe mit Unterstützung des Fördervereins ihr Angebot kräftig ausgebaut: „Wir führen jetzt fünf Büros mit insgesamt 4,5 Vollzeitkräften, sind der Lotse in einem Netzwerk von Ärzten und Pflegekräften, bringen die Beratung in die Städte zu den mehr als eine Million Menschen, das ist eine tolle Situation“, freut sich Poschmann und fügt hinzu: „Egal um welches Problem es geht, ob Finanzen, Hospiz platz oder Kinderbetreuung, wir helfen, damit die Betroffenen wieder Selbstwertgefühl aufbauen können, denn das tut der ganzen Familie gut.“

Quelle: Wirtschaftsspiegel der IHK, Ausgabe 12/2016
Foto: Nowaczyk/IHK

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