Digitalisierung im Gesundheitswesen

Zentrale Rolle der Reha als Gesundheitsstrategie der Zukunft

Michael Poschmann, Unternehmer der Wessel Gruppe und mit der Kurpark-Klinik in Bad Nauheim und den Fachkliniken für Urologie, Orthopädie und Innerer Medizin Geschäftsführer einer der größten und modernsten Rehabilitationskliniken in Deutschland, nahm in dieser Woche zum wiederholten Mal am Reha-Wissenschaftlichen Kolloquium der Deutschen Rentenversicherung teil. In diesem Jahr fand die Veranstaltung zusammen mit dem 15th Congress of the European Forum for Research in Rehabilitation (EFRR) im Maritim Hotel in Berlin statt.
Das Kongressmotto „Rehabilitation – Shaping healthcare for the future“ thematisierte die zentrale Rolle der Rehabilitation als globale Gesundheitsstrategie. Ein gemeinsames Plenar- und Rahmenprogramm bot für Forschung, Praxis und Verwaltung die Möglichkeit, Ansätze zur Stärkung und Weiterentwicklung der Rehabilitation auf internationaler Ebene zu diskutieren.

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„SmartReha“ – Gesundheit der Zukunft

Prof. Josef Hilbert, Direktor des Institut Arbeit und Technik und Michael Poschmann, Geschäftsführer der Wessel Gruppe

Rehabilitation gewinnt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels an Bedeutung. Dies betrifft sowohl den Erhalt von Arbeitsfähigkeit als auch die post-akute Vermeidung von Behinderungen und Pflegebedürftigkeit. Gleichzeitig verändert sich der Rehabilitationsmarkt durch neue, insbesondere digitale Möglichkeiten erheblich. Wie kann man das Potenzial der Digitalisierung für eine bessere Rehabilitation nutzen? Welche Chancen bieten sich für den Reha-Sektor? Und wie gelingt es, stationäre und ambulante Rehabilitation zu flexibilisieren und zu vernetzen, um den Patienten am besten zu versorgen. Damit beschäftigt sich das Forschungsprojekt „SmartReha“. Es handelt sich um ein von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen gefördertes Digitalisierungsprojekt zur Initiative „Umbau 21 – Smart Region“. Federführend koordinieren das Projekt einer durchgängigen Digitalisierung der Behandlungskette Prof. Josef Hilbert, Geschäftsführender Direktor des Instituts Arbeit und Technik IAT der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen und Michael Poschmann, Geschäftsführer der Wessel Gruppe.

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Michael Poschmann gibt ersten Einblick in das Projekt „SmartReha“

Michael Poschmann und Jean Dietzel auf dem Podium beim DEGEMED Forum REHA-Unternehemer

Anlässlich des DEGEMED Forums für Reha-Unternehmer in Berlin präsentierte Michael Poschmann, Geschäftsführer der zur Wessel Gruppe gehörenden Kurpark-Klinik in Bad Nauheim, auf Einladung der DEGEMED das Forschungsprojekt „SmartReha“. Dabei handelt es sich um ein von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen gefördertes Digitalisierungsprojekt zur Initiative „Umbau 21 – Smart Region“. Den Zuschlag erhielt Michael Poschmann in Zusammenarbeit mit Prof. Josef Hilbert, Geschäftsführender Direktor des Instituts Arbeit und Technik IAT der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen für das Projekt einer durchgängigen Digitalisierung der gesamten Behandlungskette zugunsten einer patientenorientierten, nachhaltigen und ganzheitlichen Versorgung.

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Ein aktives Berufsleben ist der beste Schutz vor Altersarmut

Dachdecker

Altersarmut ist kein Gespenst, sondern leider Realität. Ein aktives, möglichst langes Berufsleben mit gesundheitserhaltenden Maßnahmen – dazu zählen auch Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen – helfen, sie zu vermeiden.

„Spare in guten Zeiten, so hast Du in der Not“, lautet ein durchaus sinnvolles Sprichwort. Doch Sparen kann auf Dauer nur, wer regelmäßiges Einkommen hat und damit erwerbstätig ist.

Dass auch nach Krankheit oder Unfall ein Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit und damit eine lückenlose Beschäftigung gewährleistet bleibt, ist eine gesellschaftliche Herausforderung.

Wird diese Aufgabe der Wiedereingliederung des Einzelnen in die Arbeitswelt nicht erfüllt, hat dies gravierende Konsequenzen, die sehr oft noch nicht in allen Dimensionen erkannt sind.

Denn nur wer die Chance hat, nach einer Unterbrechung in seinen Beruf zurückzukehren, hat auch die Möglichkeit, sich vor Altersarmut wirkungsvoll zu schützen.

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Michael Poschmann in der IHK-Vollversammlung

Michael Poschmann, Geschäftsführer der Karl Wessel GmbH & Co. KG (Gelsenkirchen), ist neues Mitglied in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer verpflichtete Poschmann in Münster per Handschlag „zu einer objektiven Wahrnehmung“ seiner neuen ehrenamtlichen Aufgabe und begrüßte ihn damit gleichzeitig als Mitstreiter im wichtigsten Entscheidungsgremium der IHK. 87 gewählte Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Münsterland und aus der Emscher-Lippe-Region engagieren sich hier für die Durchsetzung der Interessen aller Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung. Vor allem setzt sich die Vollversammlung für eine gute betriebliche Ausbildung und eine leistungsfähige Infrastruktur in der Region ein.

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Unternehmer Michael Poschmann als Wirtschaftssenator berufen

Der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft e. V. (BVMW) mit Sitz in Berlin hat Michael Poschmann, Geschäftsführer der Wessel Gruppe in Gelsenkirchen zum Senator berufen. Der Verband würdigt damit die unternehmerische Leistung von Michael Poschmann und seinen Beitrag als Unternehmer für die Gesellschaft.

Die Wessel Gruppe, ein Konglomerat aus Kliniken, Heimen und Hotels, sei ein vorbildliches Beispiel für den starken Mittelstand in Deutschland. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Das Unternehmen setzt sich für die Behandlung und Gesundung sowie die damit verbundene größtmögliche gesellschaftliche Teilhabe und Steigerung der individuellen Lebensqualität seiner Patienten und Bewohner ein. Der Verband freue sich, Michael Poschmann im Kreis der Senatoren begrüßen zu dürfen.

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Prostata Selbsthilfegruppe Gelsenkirchen feiert 15-jähriges Bestehen

Die Prostata Selbsthilfegruppe Gelsenkirchen & Buer e. V. feierte Mitte April ihr 15-jähriges Jubiläum. Gegründet am 19. April 2003 kümmert sich der Verein unter dem Vorsitz von Karl Dahm um Männer, die an Prostatakrebs erkrankt sind. Zur Feierstunde hatte die Prostata SHG ins Bergmannsheil-Buer eingeladen.

Zu Gast waren u.a. der Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, Frank Baranowski und Fußballweltmeister Olaf Thon, der das Projekt aus vollem Herzen unterstützt. Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste im Seminarraum der Reha-Klinik im Bergmannsheil-Buer. Karl Dahm schilderte die letzten 15 Jahre von den Anfängen bis heute und bedankte sich bei denen, die ihn in der Zeit begleitet und unterstützt haben. Dazu zählte auch Michael Poschmann, der seit den Anfängen die Selbsthilfegruppe unterstützt.

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Ein sportliches Ziel – Krebstherapie durch Bewegung

Mit körperlicher Betätigung lässt sich in der Krebs-Therapie für Heilung kämpfen. Schon moderater Sport vermindert das Krebs-Rückfallrisiko. Michael Poschmann nimmt Stellung.

Aktive Medizin

Bei jeder Erkrankung, schon gerade bei Krebs, steht die Frage im Zentrum, was der Patient selbst für seine Gesundheit tun und wie er die Heilung und Vorsorge vor Rückschlägen in die eigenen Hände nehmen kann.

Das ist nicht erst von Bedeutung, wenn die medizinischen Maßnahmen abgeschlossen sind, sozusagen als eine neue Etappe. Der Patient sollte in den Grenzen seines Krankheitsbildes so früh wie möglich aktiv in die Therapie einbezogen werden.

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Zentrale Podiumsdiskussion am Eröffnungstag des Hauptstadtkongresses zum Thema Zukunft der Rehabilitation

Der Geschäftsführer der Wessel Gruppe, Michael Poschmann, zeigte sich auf dem Hauptstadtkongress sehr zufrieden. Nach der Eröffnungsrede von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf dem Hauptstadtkongress, der vom 20. bis zum 22. Juni in Berlin stattfand, folgte die erste Podiumsdiskussion auf dem W.I.R Gemeinschaftsstand. W.I.R steht für Wissen. Information. Region. und vereinte unterschiedliche Teilnehmer aus Gesundheit und Bildung. Das erste Thema des Diskussionsforums lautete „Gestern Durchkommen, morgen Durchstarten – Rehabilitation auf dem Weg zu gestärkten Leistungsfähigkeiten.“

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Das Dilemma der Unikliniken – Fallpauschalen bieten Unikliniken keine valide Finanzierung

Universitätskliniken sind in Deutschland das Rückgrat der medizinischen Versorgung: Ambulanzen und Notfallversorgung, Extremfälle und interdisziplinäre Diagnostik, medizinische Innovation, Lehre und Forschung und interdisziplinäre Behandlungen. Mit diesem weit gefächerten Aufgabenspektrum ist es den Unikliniken unmöglich, sich durch Fallpauschalen der Kostenträger zu finanzieren.

Universitätskliniken sind in Deutschland das Rückgrat der medizinischen Versorgung: Ambulanzen und Notfallversorgung, Extremfälle und interdisziplinäre Diagnostik, medizinische Innovation, Lehre und Forschung und interdisziplinäre Behandlungen. Mit diesem weit gefächerten Aufgabenspektrum ist es den Unikliniken unmöglich, sich durch Fallpauschalen der Kostenträger zu finanzieren.

Wer in Deutschland in eines der mehr als 2000 Krankenhäuser kommt, erwartet beste medizinische Versorgung. Um die Abrechnung braucht sich der Patient in der Regel nicht zu kümmern. Das übernehmen die Kostenträger, also die Krankenkassen. Abgerechnet wird über Fallpauschalen, die Behandlungspfade pauschal abdecken. Der Vorteil: Sobald der Kostenträger die Diagnose kennt, weiß er auch, was er zu zahlen hat. Die Basis der Berechnung ist das statistische Mittel, bei dem finanzielle Ausreißer nach oben oder unten nicht berücksichtigt werden. Wenn es billiger wird, ist es gut für die Klinik, wird es teurer, ist es entsprechend schlecht.

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Michael Poschmann gratulierte zum 20-jährigen Bestehen der DEGEMED

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation ist die Stimme der Reha in Deutschland. Am 26. April feierte sie in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité ihr 20-jähriges Bestehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation ist die Stimme der Reha in Deutschland. Am 26. April feierte sie in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité ihr 20-jähriges Bestehen. Dr. Constanze Schaal, Vorstandsvorsitzende der DEGEMED, unterstrich in ihrer Rede die Aktualität der bei der Gründung der DEGEMED definierten Ziele: „Insbesondere drei Ziele, die schon damals bei der Ausarbeitung der Satzung zentral waren, stehen auch heute noch im Fokus: Die Sicherung des Stellenwerts der qualifizierten Reha mit einem klaren Bekenntnis zur Qualität als Markenkern, die Anerkennung der medizinischen Reha als gleichwertige Versorgungsform und die Interessenvertretung nach außen, vor allem auch im politischen Bereich.“

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Interview zum Thema ehrenamtliches Engagement

Michael Poschmann (53) packt an. Der Geschäftsführer der Wessel Gruppe, der an der Spitze mehrerer Kliniken und Rehabilitationszentren steht, erfährt vor zehn Jahren von einem persönlichen Schicksal, das ihn bewegt: „Die Leiterin der Krebsberatung in Gelsenkirchen hat mir von einer jungen Frau erzählt, der es extrem schlecht ging, und die sich große Sorgen um den Verbleib ihrer vier kleinen Kinder machte“, erzählt er und berichtet weiter:
„Dabei habe ich festgestellt, dass das Land NRW die Basisfinanzierung für Krebsberatung komplett eingestellt und die Patienten außerhalb des Krankenhauses somit sich selbst überlassen hat.“

Ob diese Entscheidung nachvollziehbar sei oder nicht – ein Einzelner könne sie nicht rückgängig machen, aber sich in der Sache engagieren, betont Poschmann, der damals Mitstreiter für die Sache gewinnt, den „Förderverein für Krebsberatung und -hilfe in der Emscher-Lippe Region e.V.“ gründet und den Vorsitz übernimmt.

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Michael Poschmann zum Handelsrichter ernannt

Der Unternehmer Michael Poschmann aus Gelsenkirchen ist auf Vorschlag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen zum Handelsrichter am Landgericht Essen ernannt worden. Der Präsident des Oberlandesgerichts Hamm hat ihm die Ernennungsurkunde bereits ausgehändigt. Poschmann ist Geschäftsführer der Karl Wessel Gruppe mit Sitz in Gelsenkirchen. Das Familienunternehmen ist auf Gesundheitsleistungen spezialisiert und betreibt drei medizinische Zentren, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen sowie ein Hotel in Deutschland. Poschmann engagiert sich unter anderem im IHK-Regionalausschuss für die Stadt Gelsenkirchen. Nun sorgt er zusammen mit weiteren ehrenamtlichen Richtern sowie den Berufsrichtern für die Urteilsfindung am Landgericht Essen. Die Berufung ist auf fünf Jahre befristet.

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Sicherheit und Datenschutz und das Vertrauen der Patienten

Wer medizinische Hilfe sucht, schenkt Vertrauen. Ärzte, Krankenhäuser und Reha-Kliniken, Krankenkassen und alle Beteiligten tragen ein hohes Maß an Verantwortung. Dies erstreckt sich nicht nur auf die Gesundheit der Patienten, sondern auch auf die Informationen, die sie betreffen.

Anamnesen, Diagnosen und Therapien, verabreichte Medikamente, Unverträglichkeiten und Allergien, Krankheiten und Verletzungen, dies alles sagt oft mehr aus über Personen und ihre Zukunft als Alter und Familienstand, Arbeit und Einkommen.

Um den aktuellen und künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen effizient zu begegnen, steht die Digitalisierung von Patientendaten ganz oben auf der Agenda. Patientenakten werden zunehmend digitalisiert, um Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften jederzeit Zugriff auf wichtige Patientendaten zu ermöglichen, ohne dass Papierakten herumgereicht werden.

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Der Mittelstand im Wandel

Der Mittelstand im Wandel ist eines der wichtigsten Themen der IHK. Die digitale Revolution ist für unsere Unternehmen eine große Herausforderung, aber auch eine Chance. Die berechtigten Interessen, die in diesem Zusammenhang gewahrt werden müssen, aber auch die Möglichkeiten der Entwicklung und Förderung der Firmen, sind Themen, die von den Industrie- und Handelskammern aufgenommen und vorangetrieben werden.

Es ist wichtig, die Spektren der Digitalisierung von Unternehmen angstfrei auszuloten, zu sehen, wo sich die Kommunikation im Haus und zum Kunden verbessern lässt und wo sich durch Internetauftritte neue Kunden gewinnen lassen. Wir werden alle mit einer Problematik konfrontiert, die unsere Geschäftsmodelle, den Umgang mit unseren Kunden, unseren Mitarbeitern und unseren Partnern grundlegend verändert hat.

Es gibt – ich weiß es aus eigener Erfahrung – keine funktionsfertigen Standardlösungen, die man einfach so einsetzt und die funktionieren. Wir müssen uns das neue Feld der Kommunikation erobern, denn wir dürfen es nicht anderen überlassen.

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Notfallpraxis auf Patientenkosten: Ausdünnung der Notfallpraxen

Ausdünnung der Notfallpraxen – Michael Poschmann nimmt Stellung

Wenn Menschen sich nachts aufmachen, weil sie ärztliche Hilfe suchen, dann brauchen Sie diese in der Regel dringend. Auch wenn diese Not bisweilen auf einer subjektiven Einschätzung basiert, so ist sie nicht minder ernst. Wer dies nicht glaubt, braucht sich nur einmal nachts oder am Wochenende in eine der Notfallpraxen zu setzen, in denen Menschen auf ärztliche Versorgung warten, allein, bisweilen zu zweit und oft mit ihren Kindern, die sie begleiten.

Gerade wenn es um die Gesundheit ihres Nachwuchses geht, fühlen sich Eltern rasch hilflos und allein gelassen. Können Sie doch den Schmerz, der sich meist in Jammern, Weinen, schlimmer noch bisweilen in Verstummen äußert, nicht einschätzen. Hier ist der fachkundige Rat der Ärzte gleich doppelt gefordert: Einmal in der Behandlung der Kinder und zum zweiten in der Beratung der Eltern. Beides lindert Schmerz und heilt, zum einen die Krankheit oder Verletzung, zum anderen Sorge oder Aufregung. Bei beidem ist rasches Handeln angesagt.

Strukturelle Defizite

Handeln musste nun leider auch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV): Strukturelle Defizite der aktuellen Situation des Fahrdienstes, der die Notfalldienst-praxen ergänzt, aber auch rechtliche und honorarpolitische Gründe machen eine Notdienstreform aus Sicht der KV erforderlich. Das Resultat: Die KV reduziert im Landesteil Nordrhein nun deutlich die Anzahl der Notfallpraxen. Nur noch 41 Not-dienstpraxen haben Bestand. Somit werden über die Hälfte der bislang 84 Anlaufstellen für Kranke und Verletzte geschlossen. Ergänzt wird das Angebot durch insgesamt 15 kinderärztliche und jeweils acht HNO- und augenärztliche Notfall-dienstpraxen. Nun sind die Notfallpraxen nicht alleine, sondern ergänzen die Notaufnahmen und auch die Rettungsdienste der Krankenhäuser. Da aber nicht jede notwendige Behandlung gleich ein Notfall ist – zumindest nicht aus medizinischer Sicht-, und die Flächenversorgung auch für Zeiten vorgeschrieben ist, zu denen normalerweise praktizierende Ärzte Feierabend haben, kommt auch die KV an Notfallpraxen nicht vorbei.

Schwer zu überbrückendes Hindernis

Die Ausdünnung der Notfallpraxen ist zumindest eine – im eigentlichen Sinne des Wortes – fragwürdige Entscheidung angesichts einer Bevölkerung, deren Anteil an älteren und vor allem alten Menschen in den nächsten Jahren steigt. Dann werden lange Anfahrten zum schwer zu überbrückenden Hindernis, ein Kriterium, das auch für Kinder und Jugendliche gilt. Müssen Patienten für die Notfallversorgung zudem in die nächste Großstadt fahren, so kommt erschwerend hinzu, dass auf sie hier unbekanntes Terrain wartet. Das macht die Orientierung schwer und erhöht den Stressfaktor. So könnte die Reduzierung der Notfallpraxen einhergehen mit einer Verminderung ihrer Besuche, denn nicht jeder, der heute rechtzeitig den Weg zum Arzt wählt, hat dazu dann in Zukunft noch die Chance oder fühlt sich hierzu befähigt, vor allem wenn Beschwerden außerhalb der regulären Öffnungszeiten auftreten.

Keine gerechte Versorgung

Ob Notfallpraxen als Einsparungspotential auf Dauer tatsächlich helfen, Kosten zu senken, darf bezweifelt werden, einmal ganz abgesehen davon, ob es sozial verträglich ist, gerade die Schwächsten auszugrenzen. Denn dass es in der Mehrheit nicht jene treffen wird, die erfolgreich in der Mitte des Lebens stehen, versteht sich von selbst. Doch dies ist – genau wie Gesundheit – ein recht fragiles Konstrukt, auf das man – die Sozialverbände können dies bestätigen – keine gerechte Versorgung gründen kann. Dass gerade in Gegenden mit schwacher Infrastruktur flächendeckende ärztliche Versorgung teurer ist als in Ballungsräumen, darf kein Argument gegen Notfall-praxen, sondern müsste genau genommen ein Argument für sie oder ein ihr entsprechendes Äquivalent sein.

Notfallversorgung muss – dass ist eine Grundvoraussetzung für ihren Namen und ihre Aufgabe – im Notfall für alle in erreichbarer Nähe sein.

Dass keine weiten Wege zurückzulegen sind, ist aber auch unter einem sekundären Aspekt wichtig: Menschen, die verletzt oder erkrankt sind, sollten sich keinesfalls hinter das Steuer eines Wagens setzen, zumal sie oft schon Medikamente eingenommen haben, die nicht nur Schmerz lindern, sondern auch auf die ein oder andere Weise betäuben. Wer so Auto fährt, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer. Das aber gilt auch für Eltern, die ihre Kinder zum Notdienst bringen: Nicht nur die Angst, es könne etwas Ernstes sein, die ja Auslöser für die Fahrt ist, sondern auch das jammernde oder gar apathische Kind zehren an den Nerven des Fahrers. Und nicht immer ist jemand zugegen, der das Kind in den Arm nimmt, es hält und beruhigend mit ihm spricht. Ein Taxi zu nehmen, was der Situation angemessen wäre, übersteigt aber je nach Länge der Anfahrt die finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen, so dass der Griff zum Autoschlüssel nahe liegt. Kurz: Ärztliche Versorgung ist nur dann wirksam, wenn sie in Anspruch genommen werden kann. Hierzu gehört mehr als eine politische Aufrechnung von Seiten der Ministerien und finanzstatistischen Verteilung der Anlaufstellen auf Bevölkerung und Fläche. Nur wer da ist, wo er gebraucht wird, so Hilfe bietet, dass sie ohne Umstände und unnötige Hemmschwelle in Anspruch genommen werden, hilft im Notfall. Diese Regel gilt auch für Notfallpraxen. Wer hier spart, lässt die Patienten in ihrer Not allein.

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